Wyrmboxreport 3: Rotierende Rottation

Posted on 2015-09-13 by fp
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Vor einem Monat, im August, war es so weit, die rechte Seite der Wurmbox ließ sich beim besten Willen nicht weiter anhäufeln. Und die Brunnenkresse stand voller Blattläuse und musste weg, es gab also keine andere Möglichkeit: die Würmer hatten mit der linken Seite abzuschließen. Aber, wie stellt man es nun an den Humus zu ernten? Ich kann vermutlich die aufwändigste Methode anbieten: händisches Filtern auf Würmer und Wurmeier.

1.8.2015:
Die rechte Seite ist voll, links lässt sich prima Erde ernten.

Man hat nie genug Würmer, zumindest fühlt es sich so an, als kämen die Erdbewohner nur unzureichend gegen die Flut der anfallenden Pflanzenreste an. Diese Einschätzung war glücklicherweise nicht vollständig begründet, bis auf Erdnuss- und Eierschalen war im wesentlichen alles Restgut verdaut und zu Erde gemacht. Aber wir wollten keinen Wurm verlieren, weshalb wir die ganze linke Seite fein säuberlich durch unsere Hände haben rieseln lassen, bevor der Inhalt in einer Vorratstüte verschwand. Die aufgefundenen Bewohner wurden auf die rechte Seite der Box entlassen um dort weiter ihrem Tagewerk nachgehen zu können.

Nach drei Wochen konnte man dann auch bemerken, dass die Würmer einen beachtlichen Fortschritt geleistet hatten. Wo vorher nur Gemüseschnippsel zu sehen waren, scheint jetzt Erde (oder Wurmkacke) durch. Auf der linken Seite steigt der Pegel allerdings auch unaufhaltsam.

24.8.2015: 
Drei Wochen später ist auf der rechten Seite deutlich weniger Grünzeug
und mehr Erde zu sehen.

Fast einen Monat später spitzt sich mittlerweile die Situation auf der linken Seite zu, denn die laufende Apfelernte hat uns eine ganze Reihe fauler Äpfel ins Haus gebracht. Damit diese freundlichen Geschenke nicht völlig ungenutzt herumliegen akzeptieren wir, dass die Essigfliegen und Wespenpopulation in der Wurmbox ansteigt. Norddeutsches Wetter sorgt desweiteren dafür, dass es auf dem Balkon selten zu Konflikten zwischen Cappuchinoschlürfendem Menschen und Fluginsekten kommt.

13.9.2015:
Noch einen Monat danach ist rechts noch hartes Pflanzenmaterial zu
finden, links füllt sich mit Äpfeln.

Auf der rechten Seite bin ich allerdings immer weniger mit der Leistung der verbliebenen Wurmpopulation zufrieden. Stichproben haben ergeben, dass die Meisten Würmer sich in das Schlaraffenland auf der linken Seite verzogen haben, allerdings gibt es noch substantielle Mengen an harten Pflanzenmaterialien; Reste von Gesträuch und Teefilter. Die Papierfilter scheinen weniger einfach zu verdauen zu sein, als ich mir das gewünscht habe. Vielleicht werden wir dort bald wieder sieben müssen.

Den meisten Lesern sollte auffallen, dass der Pegel der rechten Seite deutlich abgefallen ist, und die linke Seite trotz der langen Zeit verhältnismäßig wenig Höhe gewonnen hat. Der Kompost scheint durch den Verdauungsprozess deutlich komprimiert zu werden. Das erstaunt vielleicht weniger, aber die Kompressionsrate läßt Raubkopierer vermutlich neidisch werden.

END—–