Endlich widerlich werden

Posted on 2017-09-30 by lars
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Man könnte meinen, dass es wenig Uneinigkeit geben kann; das größtenteils aus Thüringen heraus operierende Terrortrio “Nationalsozialistischer Untergrund” konnte auch nur durch das fast schon nicht mehr durch Fahrlässigkeit zu erklärende Versagen des ansässigen Landesverfassungsschutzes Thüringen überhaupt so lange agieren. Und “agieren” ist hier schon das verharmlosende Synonym für “morden”. Da könnte man meinen, dass der Anstand alleine es einem schon gebieten sollte, sich nicht auch noch gegen eine Initiative, die den Opfern zumindest eine minimale Ehre in Form einer Gedenkstätte zukommen lassen will, stellt.

So würde man meinen. Man kann sich natürlich auch damit rausreden, dass Thüringen ja nicht vollständig allein für die Morde verantwortlich ist. Die ganzen Nazis die da gerade im Südosten aufbrodeln sind vermutlich auch alle bedauerliche Einzelfälle. Da kann man doch mal froh sein, dass die unsägliche Abstimmungsgemeinschat aus AfD und CDU in diesem Fall zumindest nicht die Mehrheit im Parlament stellt.

Dem “rechten Rand”, also das was gerade mal so nicht aktiv Ausländer verprügelt, will die CDU also (mal wieder) dadurch begegnen, dass sie ihn zu Tode kuschelt und in die eigene Partei integriert. Dann “wächst wieder zusammen was zusammen gehört”. Widerlich!

‘’’Update:’’’ In diesem Sinne möchte ich einen Aufruf in Form einer Widerrede ergänzen. Es ist schon formallogisch widersinnig zu fordern, dass es in irgendeine politische Richtung einer Partei oder anderen Gruppe “keinen Platz” geben dürfe. Es ist gerade der Sinn einer Meinungsbildung, und eine Partei ist gewissermaßen genau dies, eine Definition einer politischen Meinung, eine Abgrenzung zu schaffen. Und auch einer CDU steht es, wie jeder demokratischen Partei, gut an, sich nach Rechts abzugrenzen und dort einen deutlichen Freiraum zu schaffen. Einen Kurs des Anschmiegens an die gerade noch akzeptable, rechte Seite hatten wir in diesem Land schon einmal, und sie hat dazu geführt, dass Max Liebermann nicht so viel essen konnte, wie er kotzen wollte.

Nicht, dass man notgedrungen immer im Nationalsozialismus landen muss, wenn man sich an den rechten Rand anschmiegt — oder im Sozialismus, wenn man dies auf der linken Seite tut — es gibt sicher mehr als eine politische Dimension auf der man sich positionieren kann. Aber schauen wir aktuell nach Wien oder in andere Länder die uns umgeben, und wir sehen, wie fließend der Übergang wird, wenn man die Grenzlinie nicht gründlich genug zieht.

In diesem Sinne: “Keinen Fuß breit den Faschisten”, sondern ein Plädoyer dem rechten Rand einen soliden und umfangreichen Abstand einzuräumen.

via Fefe

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